In Tante Emmas Laden

in 6. Das CRM Magazin

Hilfe! Es ist wieder soweit! Wie jeden Samstag mache ich mich mit meinem Einkaufszettel auf den Weg zum Supermarkt. Endlich dort angekommen ist erst einmal die Ein-Euro-Hürde für einen Einkaufswagen zu nehmen. Die Dame an der Kasse zum Wechseln meines 5€-Scheins straft mich erst einmal mit Ignoranz und ich kann nur zu sehr spüren wie sehr Sie meine Bitte aufregt.

Auf der Suche nach einigen Produkten kann mir kein Mensch weiterhelfen. Servicepersonal ist hier ein Fremdwort. Die junge Dame, die ich mit meinen Fragen beim Einräumen der Regale störe, spricht leider kein deutsch. Fragen zu den angebotenen Artikeln kann mir hier niemand beantworten.

Wieder an der Kasse angekommen gilt es so schnell als möglich die gekauften Waren aufs Förderband zu bringen.

An der Kassiererin vorbei, schnell alles in die Tüten packen, denn der nächste Kunde wartet schon. Mein Hemd ist nass geschwitzt.

Obwohl ich in diesem Supermarkt fast jede Woche etwa 200 € bezahle, erhalte ich dort nicht mehr Kundenservice als die abschließenden Worte der Kassenfrau: „Ein schönes Wochenende!“. Mit einer hundertprozentigen Sicherheit kann ich davon ausgehen, dass ich auch bei meinem nächsten Einkauf nicht wiedererkannt werde, geschweige denn besseren Service erhalte. Eine emotionale Bindung zu diesem Betrieb werde ich wohl nie aufbauen können.

In meinen Gedanken habe ich nur den alten Tante-Emma-Laden, den es früher in unserer Straße gab. Tante Emma hat mich immer mit ihrer Herzlichkeit mit meinem Namen begrüßt. Tante Emma war interessiert daran wie es mir und meiner Familie geht und was ich denn so neues erlebt habe.

Sie wusste ganz genau welche Dinge ich mehrmals pro Woche einkaufe. Mit ihrem: „Da habe ich noch etwas ganz Leckeres für Sie Herr Ludwig. Möchten Sie das noch einmal probieren?“ hat sie mich oft dazu verleitet etwas mehr zu kaufen als ich eigentlich wollte. Doch das war mir ganz egal. Egal war mir auch, dass es bei Tante Emma etwas mehr gekostet hat als im Supermarkt. Sie wusste nicht nur mich, sondern auch meine vier Kinder immer mit einer kleinen Aufmerksamkeit glücklich zu machen. Den Laden von Tante Emma haben wir immer mit vielen Tüten, die natürlich von unserer Tante Emma gepackt wurden, und einem großen Wohlgefühl verlassen.

Tante Emma wusste schon damals was CRM wirklich bedeutet.